Possenturm

Der Possenturm (Lage) gilt als der älteste und höchste Aussichtsturm Europas, der in Fachwerk errichtet wurde. Der Aussichtsturm wurde 1781 innerhalb von 11 Monaten erbaut und steht auf einem Hausteinsockel. Die Turmhöhe misst 42,18 m. Er diente auch als Landmarke bei der Vermessung des Schwarzburger Landes. Wanderer konnten den Possenturm auch vom höchsten Berg des Harzes, dem Brocken, vom „Thurme des Wirthshauses“, „theils mit, theils ohne Fernrohr“ sehen: Wenn man sich „rechts herum dreht […] die Ruinen der Burg Kyffhausen in der goldenen Aue, den Possenthurm bei Sondershausen, den Ettersberg bei Weimar“, heißt es im Taschenbuch für Reisende in den Harz 1823 bei Friedrich Gottschalck.[3]

Der Besucher erreicht über 214 Stufen die Aussichtsplattform oberhalb der Turmhaube. Der achteckige, achtgeschossige Fachwerkbau trägt eine spätbarocke, auskragende Schweifhaube mit Aussichtsplattform und Laterne. Die Stockwerke verjüngen sich nach oben. Jedes hat vier Fenster, jeweils nach den Himmelsrichtungen. Ursprünglich war die Aussichtsplattform offen. Sie wurde während des Zweiten Weltkrieges durch Fenster geschlossen und diente als Luftbeobachtungsstand.

Die beim Neubau angebrachte Uhr wurde 1786 auf den Sondershäuser Schlossturm verlegt. Die erste Renovierung des Turmes war 1867 notwendig. Ab 1951 war der Possenturm für den Besucherverkehr gesperrt. Im Unterteil des Turmes waren tragende Teile des Holzfachwerks so zerstört, dass der Turm sich zu neigen begann und dadurch seine Standsicherheit nicht mehr gewährleistet war. Er drohte ein- bzw. umzustürzen. Mittels einer Aktion „Rettet den Possenturm“[4] wurden im Rahmen des „Nationalen Aufbauwerkes“ der DDR unter Mithilfe engagierter Bürger und mit Spenden aus der Bevölkerung 1958/59 die wichtigsten Sicherungsarbeiten durchgeführt und damit der Turm vor dem Verfall bewahrt. Nach weiteren Arbeiten, u. a. der Anbringung einer Blechverkleidung an der Wetterseite, konnte der Turm 1966 nach fast 15-jähriger Sperre wieder für Besucher freigegeben werden.

Unter der Blechverkleidung kam es später zu Pilz- und Bakterienbefall, sodass im Jahre 2002 wegen akuter Einsturzgefahr der Turm wieder für den Besucherverkehr gesperrt werden musste. Durch die bis 2004 folgenden Bauarbeiten wurde der Turm renoviert, stabilisiert und mit einem neuen Außenanstrich versehen. Das Wellblech wurde durch eine gut belüftete Wetterschutzschale aus Lärchenbrettern ersetzt.

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